Bis ins 19. Jahrhundert lag Namedy eine echte Rheininsel vor, auf der eine Mühle stand. Mit der Flussregulierung entstanden sieben Kribben und ein Damm Richtung Andernach. Der Nebenarm verlandete, wurde teilweise aufgefüllt — und aus der Insel wurde eine Halbinsel. Was blieb, ist der „tote Rheinarm": ein strömungsarmes Gewässer, das heute als Vogelschutzgebiet dient.
Seit 1985 steht das Gebiet unter Naturschutz. Röhricht, Weidengebüsch und offene Wasserflächen bilden einen Lebensraum, wie er am regulierten Rhein selten geworden ist: Rast- und Überwinterungsplatz für Wasservögel, Kinderstube für Fische, Rückzugsraum für Amphibien.
Betreten nur mit Rücksicht
Auf dem Werth befindet sich die Bohrung des Geysirs. Die Halbinsel ist ausschließlich per Schiff im Rahmen der Geysir-Besuche zugänglich — genau das schützt das Gebiet. Wege dürfen nicht verlassen werden, Hunde sind nicht erlaubt.
Vom Namedyer Rheinufer und vom Rheinradweg aus lässt sich das Gebiet gut überblicken. Ein Fernglas lohnt sich, besonders im Winterhalbjahr, wenn nordische Enten und Gänse auf dem Strom rasten.
Streuobstwiesen rund um den Ort
Landseitig prägen Streuobstwiesen das Bild. Hier stehen alte, teils sehr seltene Apfelsorten — in einem Fall existiert nach Angaben aus dem Ort nur noch ein einziger Baum dieser Sorte. Streuobstwiesen zählen zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas; Steinkauz, Gartenrotschwanz und zahlreiche Insektenarten sind auf sie angewiesen.